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Der Einsatz nach der Rekonstruktion
Nach einer Laufleistung von 1.151.686 km wurde die 50 1309 dem RAW
Stendal zugeführt. Hier wurde sie vom 06.08. bis 18.09.1962 als
letzte Lokomotive der Baureihe 50 rekonstruiert.
Dies war notwendig
geworden, da der Kessel aus St47K die typischen Alterserscheinungen
zeigte.
Nach diesem Umbau erhielt sie die neue Nummer „50 3708" und wurde am
19.09.1962 sie im Bw Halberstadt in Dienst gestellt.
Dort hatten
schon 29 Schwestermaschinen die Altbaumaschinen abgelöst und trugen
nun die Hauptlast der Zugförderung. Die 50.35 war die hier am
zahlenmäßig stärksten vertretene Baureihe. Übrigens waren alle Reko
50 Erstzuteilungen, mit der 50 3554 begann deren Ära in Halberstadt.
Die 50 3708 war dem Dienstplan 4 zugeteilt worden. Die Maschinen
dieses Planes befuhren so ziemlich alle von Halberstadt ausgehenden
Strecken. Personenzüge nach Derenburg oder Magdeburg gehörten zum
täglichen Brot wie schwerste Züge nach Merseburg oder Calbe oder
Nahgüterzüge auf der Quecke" (Strecke Quedlinburg - Thale - Bodetal).
Die Lok hat dabei ihre "Schwarzen" nie enttäuscht.
Die Laufleistung
im Oktober 1962 betrug 7886 km an 27 Einsatztagen. Der Januar 1964
mit 8000 km an 30 Tagen ist für eine Reko 50 ein Spitzenwert, denn
im allgemeinen lag die Laufleistung einer Rekolok unter ihren Werten
vor der Rekonstruktion. Ein absoluter Spitzenwert wurde im Juli 1965
an 28 Tagen mit 8513 km erbracht.
Zwischen 1962 und 1969 besuchte die 50 3708 lediglich viermal das
RAW Stendal, wobei während der L4 im Jahre 1968 ein neuer Rahmen
(ausgemusterten 50 265) eingebaut wurde, da der alte gebrochen war.
Im Mai 1969 brachte es die Lok wieder auf stolze 7.282 km bei 28
Einsatztagen. Ab September 1970 war sie dann als Reservelok kalt
abgestellt und wurde bei Bedarf angeheizt, im Jahre 1973 diente sie
von April bis Mai als Heizlok.
Am 01.06.1973 verließ die 50 3708 dann das Bw Halberstadt. Neue
Heimat wurde Wismar. Aber auch hier waren ihr nur wenige Einsätze
vergönnt, bis November diente sie ebenfalls als Heizlok. Das kurze
Zwischenspiel in der Rbd Schwerin endete am 13.12.1973.
Jetzt wurde
sie in den Listen des Bw Magdeburg geführt. Viel zu tun für unsere
50 3708 gab es hier auch nicht, denn in den Monaten März und Mai war
sie kalt.
Mit dem 01.06.1974 wurde sie dem Bw Stendal zugeteilt, ohne dass man
dort Verwendung für sie hatte. Sie erreichte Stendal kalt und blieb
es bis September auch. Erst jetzt gelangte sie kurzfristig zu
Planehren, was im Oktober schon wieder vorbei war: Zwei Monate
Zwangspause wurden ihr verordnet.
Der Traktionswechsel machte sich schon deutlich bemerkbar. Waren
1974 noch alle kohlegefeuerten Reko 50 in der Rbd Magdeburg zu
Hause, so gingen jetzt die ersten Rekos in die Rbd Dresden ab.
Von April bis August 1975 war die Lok wieder kalt. Ende August 1975,
am 22.08.1975, kam die Lokomotive nach Magdeburg zurück. Den Ruf
einer Reservelok sollte sie nicht verlieren. War sie 1976 acht
Monate im Einsatz, waren es im Jahre 1977 ganze vier Wochen (!).
Von effektiver Fahrzeugausnutzung kann da keine Rede sein.
Am 22.04.1978 war die 50 3708 wieder im Bw Halberstadt. Zu dieser
Zeit war das Bw Halberstadt die Hochburg der 50.35 in der Rbd
Magdeburg. Bestandsmäßig und von den Einsätzen her konnte ihm nur
das Bw Karl-Marx-Stadt (heutiges Chemnitz) das Wasser reichen. Hier
in der alten Heimat wurde sie als Planlok wieder voll gefordert.
Laufleistungen von 6.387 km im Oktober 1978 oder 6.930 km im August
1979 waren keine Seltenheit.
Im Vorharz waren die 50.35 noch immer "Mädchen für Alles".
Schwere
Kohlezüge in Doppeltraktion oder D-Züge zwischen Wernigerode und
Halberstadt waren ihre tägliche Arbeit.
Die monatlichen Laufleistungen der Dampflokomotive nahmen mit der
Zeit langsam ab. Die größte Laufleistung 1981 waren 5.910 km an 29
Tagen im März.
Die Zeit als Planlok war 1982 wieder vorbei.
Vom 24.04. bis
04.05.1982 leistete die 50 3708 Lokhilfe im Bw Wittenberge. Von Juni
bis August 1983 war sie wieder kalt. Ab März 1984 wurde sie wieder
im Plandienst gefordert. Zu diesem Zeitpunkt setzte das Bw
Halberstadt sieben Lokomotiven in Halberstadt und drei Lokomotiven
in Oschersleben ein.
Ab 1985 sollte die 50 3708 oft in Oschersleben
zu sehen sein.
Wenn Mangel an Lokomotiven war, sprang sie oft als Aushilfe ein. Im
Dezember 1985 wurde sie auch als Heizlok eingesetzt. Der 11.01.1986
war dann ihr letzter Tag im Planeinsatz. Durch den Ausfall der
vorherigen Oscherslebener Heizlok wurde sie zum Heizdienst
degradiert.
Dieses Los musste sie bis zum 16 Tage tragen, da am 27.1. die
Kesselfrist ablief, die zur Abstellung fürs RAW nach einer
Gesamtstrecke von 2.229.257 km zwang.
Da die Kapazitäten zur Aufarbeitung ständig zurückgefahren wurden,
war eine Reaktivierung sehr unwahrscheinlich, hatte sie doch
erhebliche Schäden, die mindestens eine L6 erfordert hätten. Während
sie in Oschersleben „auf den Rand" stand, wurde sie am 01.06.1987
als „MfV-Reserve" eingestuft. Sie rostete jedoch weiter langsam auf
der Gunslebener Seite des Bahnhofs dahin und wurde von
Souvenirjägern beraubt.
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